Allgemein¶
Aufbau einer Datensammlung¶
Eine Datensammlung folgt einer klar definierten Hierarchie. Diese Struktur wirkt auf den ersten Blick komplex, erleichtert aber in der Praxis die Orientierung, die Rechtevergabe und die langfristige Nachnutzung. Jede Ebene erfüllt eine eigene Funktion und trägt dazu bei, dass Forschungsdaten sauber gegliedert, auffindbar und korrekt zugreifbar sind.

Ebenen der Datensammlung¶
-
Datensammlung — die oberste Ebene, die alle Daten eines Forschungsprojekts umfasst. Hier werden grundlegende Metadaten und Zugriffsrechte festgelegt.
-
Teilsammlungen — Untergliederungen innerhalb der Datensammlung, die thematische, methodische oder organisatorische Einheiten abbilden können. In der aktuellen Systemkonfiguration werden standardmäßig drei Teilsammlungen angeboten.
-
Forschungsdaten —Präzise Beschreibung der erstellten oder verwendeten Forschungsdaten, z. B. bzgl. der Typisierung, der Erhebungs- und Entstehungszeiträume, der Qualität. Standardmäßig enthält jede Teilsammlung zwei Forschungsdaten.
-
Datensätze — die eigentlichen Dateien innerhalb eines Forschungsdatums, die sogenannten Repräsentationen eines Forschungsdatums, z. B. Bilder, Tabellen, Transkripte oder Messreihen. Die Anzahl der Datensätze ist nicht begrenzt, die einem Forschungsdatum zugeordnet werden können.
-
Anhänge — ergänzende Materialien wie Fragebögen, Dokumentationen, Projektberichte oder Codebücher. Davon können ebenfalls beliebig viele hinzugefügt werden.
Flexibilität der Struktur¶
Die vorgegebene Struktur dient als Ausgangspunkt, ist aber nicht zwingend vollständig zu nutzen. Forschende können Elemente entfernen, wenn sie für das eigene Projekt nicht benötigt werden:
-
Teilsammlungen können gelöscht werden.
-
Forschungsdaten innerhalb einer Teilsammlung können ebenfalls gelöscht werden.
Damit lässt sich die Struktur auf ein Minimum reduzieren, etwa auf eine Teilsammlung mit einem Forschungsdatum. Diese Flexibilität ermöglicht es, sowohl sehr kleine als auch sehr umfangreiche Projekte sinnvoll abzubilden.
Zugriffsrechtevergabe auf drei Ebenen¶
Zugriffsrechte werden nicht nur auf der Ebene der Datensammlung vergeben, sondern auch auf der Ebene der Teilsammlung und bei den Anhängen. Dadurch lassen sich differenzierte Szenarien abbilden, etwa wenn bestimmte Daten innerhalb eines Projekts sensibler sind oder nur einem eingeschränkten Personenkreis zugänglich gemacht werden sollen.
Zugriffsoptionen¶
Für jede Datensammlung (und bei Bedarf für einzelne Teilsammlungen und Anhänge) stehen drei grundlegende Zugriffsoptionen zur Verfügung:
-
Daten frei verfügbar (Open Access)— Metadaten und Daten sind öffentlich zugänglich.
-
Daten auf Anfrage — Metadaten sind öffentlich sichtbar, Daten werden nur auf Anfrage freigegeben. Die Datengebenden müssen Angaben zu den Freigabebedingungen machen.
-
Nur Archivierung — Die gesamte Datensammlung ist ausschließlich für Datengebende zugreifbar (maximal zehn Jahre). Diese Optionen ermöglichen eine angemessene Verwaltung sowohl offener als auch sensibler oder noch auszuwertender Daten. → Zugriffsberechtigungen
Lizenzvergabe für Metadaten, Datensätze und Anhänge¶
Lizenzen regeln, wie Daten und begleitende Materialien weiterverwendet werden dürfen. Da unterschiedliche Bestandteile einer Datensammlung unterschiedlichen rechtlichen Bedingungen unterliegen können, erfolgt die Lizenzvergabe auf drei Ebenen:
-
Metadaten der Datensammlung: Auf der obersten Ebene wird eine CC-Lizenz für die Metadaten der gesamten Datensammlung vergeben. Diese Lizenz betrifft ausschließlich die beschreibenden Informationen, nicht die Daten selbst.
-
Datensätze: Jeder Datensatz erhält eine eigene Lizenz, die die Nutzung der darin enthaltenen Forschungsdaten regelt. Dies ermöglicht es, innerhalb eines Projekts unterschiedliche Nutzungsbedingungen festzulegen, z. B. wenn Datensätze bereits Lizenzen besitzen, weil man die Daten nachgenutzt hat.
-
Anhänge: Auch Anhänge werden separat lizenziert. Da sie häufig aus Dokumentationen, Fragebögen oder anderen Materialien bestehen, die eigenen urheberrechtlichen oder anderen Bedingungen unterliegen, ist eine eigenständige Lizenzvergabe notwendig.
Diese mehrstufige Lizenzierung stellt sicher, dass sowohl die rechtlichen Anforderungen der Datengebenden als auch die Bedürfnisse der Nachnutzenden präzise abgebildet werden können.